Mascarpone 2 – Rainbow Cake

Gianmarco Saurino,
Andrea Fuorto:
Drei Jahre sind vergangen, seit Denis bei einem Unfall ums Leben kam und Antonio alleine (aber nicht unglücklich) die Straße hinunterlief. Seitdem hat er sich in seine Arbeit gestürzt und ist als Konditor mit seinen Videorezepten zum Internetstar geworden. Als er Luca zum ersten Mal seit Denis' Tod wiedersieht, ist die Stimmung zwischen den beiden von alten Gefühlen und schmerzhaften Erinnerungen geprägt. Doch Luca hat inzwischen einen neuen Partner gefunden: den warmherzigen Tancredi, der ihm nach dem Verlust geholfen hat, wieder Halt zu finden und mit dem er sogar eine Zivilehe plant.
Antonio merkt schnell, dass seine Gefühle für Luca nie wirklich verschwunden sind. Er kauft Lucas altes Bäckereilokal auf und schlägt vor, es gemeinsam als neue Konditorei zu Denis' Gedenken wiederzueröffnen – offiziell ein Freundschaftsdienst, eigentlich ein durchdachter Plan zur Rückeroberung. Trotz der gut gemeinten Warnungen seiner Freundin Cristina sabotiert er Lucas Beziehung mit Tancredi – und hat damit fast Erfolg. Doch im entscheidenden Moment erkennt er, dass er einem Trugschluss aufgesessen ist: Luca und Tancredi gehören zusammen. Antonio sucht Tancredi auf, macht seinen Fehler wieder gut, und in einer bewegenden Szene finden sich alle drei in einer Umarmung wieder. Tancredi sagt Antonio dabei sinngemäß, dass er sein Glück längst schon gefunden habe – ein freundschaftlicher Fingerzeig, offen zu sein für das, was das Leben noch bereithält.
Die letzte Szene spielt in der neuen Konditorei: Antonio sitzt mit Cristina zusammen, Luca und Tancredi verabschieden sich. Cristina prophezeit lächelnd, die Tür werde sich öffnen und sein Prinz werde hereinkommen. Dann hört man die Tür – Antonio sagt noch „Wir haben noch nicht geöffnet" – und blickt auf, mit einem ungläubigen, strahlenden Lächeln. Dann Abblende.Was der Originaltitel Maschile plurale – männlich plural – verspricht, löst der zweite Teil auf seine eigene, reife Weise ein: nicht als romantisches Dreieck, sondern als Geschichte über das Loslassen, das Wachsen und das Öffnen für echte, vielfältige Beziehungen. Antonio lernt, dass Glück nicht zwingend bedeutet, den einen Richtigen zu (re)conquieren – sondern auch darin liegt, gute Freundschaften zu pflegen und sich selbst nicht im Weg zu stehen.
Handwerklich knüpft Mascarpone 2 nahtlos an Teil 1 an – technisch tadellos, mit warmen Bildern aus dem sonnigen Italien und einem Ensemble, das man schnell ins Herz schließt. Giancarlo Commare trägt den Film einmal mehr mit Leichtigkeit und Charisma, und Gianmarco Saurino als Luca überzeugt ebenso. Die eigentliche Entdeckung ist Andrea Fuorto als Tancredi – und das ist der Kunstgriff des Films: Tancredi ist schlicht zu sympathisch, um ihn wegzuwünschen. Man fiebert als Zuschauer mit Antonio, wünscht sich gleichzeitig aber auch das Glück von Tancredi und Luca. Dieser Zwiespalt ist gut gemacht und verleiht dem Film eine emotionale Tiefe, die den ersten Teil stellenweise übersteigt.
Der Ton ist etwas ernster als im ersten Teil – nicht so sehr wegen des Verlusts von Denis, sondern wegen Antonios bewusster Sabotage einer eigentlich harmonischen Beziehung. Das wirft ein komplexeres Licht auf seine Figur, macht ihn aber gerade dadurch menschlicher und vielschichtiger.
Das Ende trifft genau den richtigen Ton: offen, hoffnungsvoll, mit einem Augenzwinkern. Ein würdiger Abschluss – und die Erfüllung dessen, was der erste Teil mit seinem Schlusssatz bereits angedeutet hatte.
Männlich plural – und Antonios Prinz wartet vielleicht schon vor der Tür.
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