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Angriffe auf schwule Männer: Polizei durchsucht Wohnungen in Stuttgart – Geschädigte gesucht

Quicky vom 26. Jul 2026

gewalt : stuttgartNach einer Serie mutmaßlich homophober Angriffe auf schwule Männer hat der polizeiliche Staatsschutz am vergangenen Mittwoch mehrere Wohnungen in und um Stuttgart durchsucht. Im Visier der Ermittler stehen fünf Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren.

Die Verdächtigen sollen zwischen Juni 2025 und April 2026 mehrfach mit Quads zu zwei Autobahnparkplätzen entlang der A81 gefahren sein – bekannte Cruising-Treffpunkte für schwule Männer. Dort sollen sie ihre Opfer, offenbar wegen deren vermuteter sexueller Orientierung, mit Feuerlöschern besprüht und auf sie eingeschlagen haben. Auch in Stuttgart-Degerloch soll es zu Übergriffen gekommen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden mindestens zehn Menschen verletzt; sie erlitten Hämatome und Atemwegsreizungen.

Weil sich die Taten gezielt gegen Besucher von Cruising-Orten richteten, gehen die Ermittler von einem homophoben Hassmotiv aus. Vier der fünf Verdächtigen wurden bei den Durchsuchungen angetroffen, kamen aber nach Abschluss der Maßnahmen wieder auf freien Fuß. Sichergestellte Beweismittel werden derzeit ausgewertet, die Ermittlungen dauern an.

Aufruf: Betroffene sollen sich melden

Die Polizei rechnet mit einer hohen Dunkelziffer. Viele Betroffene erstatten aus Scham keine Anzeige – bundesweit wird nur rund ein Zehntel der Fälle von Hasskriminalität gegen queere Menschen überhaupt bekannt.

Deshalb der klare Appell: Wer selbst angegriffen wurde oder etwas beobachtet hat, sollte sich bei der Kriminalpolizei Stuttgart unter (0711) 89905778 melden. Jede Aussage kann helfen, die Taten aufzuklären. Niemand muss sich für einen Angriff schämen, den er erlitten hat. Die Scham gehört auf die Seite der Täter, nicht der Betroffenen.

Wer Cruising-Treffpunkte aufsucht, dem rät die Polizei zudem: möglichst nicht allein an abgelegenen Orten aufhalten, Vertrauenspersonen über den Aufenthaltsort informieren und bei Bedrohungen sofort den Notruf 110 wählen.