Deutsche Abschiebepraxis diskriminiert homosexuelle Geflüchtete

Quickie vom 18. Juni 2022, eingestellt von StevenStgt
gayrechte  |   Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat offenbar Asylsuchende, die wegen ihrer Homosexualität in ihren Heimatländern Verfolgung fürchten, wiederholt mit rechtlich unzulässigen Begründungen abgelehnt.
Der Lesben- und Schwulenverband LSVD hat nach eigenen Angaben über 70 entsprechende Fälle aus den vergangenen Jahren gesammelt. Darunter seien auch solche, in denen Betroffene in Deutschland geheiratet haben oder heiraten wollten.

In Asylverfahren müssen Lesben und Schwule glaubhaft machen, dass ihnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Verfolgung in ihrem Herkunftsland droht. Das Bamf stellt dafür unter anderem Prognosen darüber auf, wie sich die Geflüchteten bei einer Rückkehr in ihre Heimat verhalten könnten.

Gehen die Behörden davon aus, dass die Betroffenen ihre sexuelle Orientierung geheim halten würden, können sie abgeschoben werden – auch in Länder wie Iran und Pakistan, wo auf Homosexualität sogar die Todesstrafe stehen kann. "Diese Verhaltensprognosen sind europarechtswidrig und hanebüchen", sagt der LSVD-Bundesvorstand Patrick Dörr.
Quelle: Spiegel

weitere Infos » www.lsvd.de
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