Tatmotiv Homophobie

Quickie vom 13. Feb. 2021, eingestellt von StevenStgt
gayrechte  |   Im Oktober erstach ein Islamist in Dresden einen Mann. Nun erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage – und benennt Hass auf Homosexuelle als Motiv.

Die Attacke erfolgte am späten Abend des 4. Oktober 2020 in Dresden. Mit einem Messer wurde in der Altstadt der 55-jährige Thomas L. erstochen und dessen Partner schwer verletzt. Der Tatverdächtige: Abdullah Al H. H., ein syrischer Islamist. Nun erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den 21-Jährigen. Der Vorwurf: Es sei ein islamistischer und homosexuellenfeindlicher Mord gewesen.

Bestätigt sich diese Anklage vor Gericht, dann wäre es der erste homophobe Anschlag eines Islamisten in Deutschland. Die Ermittler waren aufgrund einer DNA-Spur auf Abdullah Al H. H. gekommen und hatten ihn zwei Wochen nach der Tat festgenommen. Von der Polizei wurde er bereits als islamistischer Gefährder geführt. Erst wenige Tage vor der Tat war er aus der Haft entlassen worden.

Der Täter hatte seine Opfer, die Männer aus Nordrhein-Westfalen, die touristisch in Dresden waren, demnach als homosexuelles Paar ausgemacht – und, aus seiner islamistischen Gesinnung heraus, als besonders verachtenswerten Teil der westlichen Gesellschaft auslöschen wollen. Auch sei der Angriff unvermittelt erfolgt, ohne vorherigen Austausch, der Grund für ein anderes Motiv hätte sein können.
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